![]() |
Landschaftsplanung
1
1.1
2
3
< > |
|
|
Start Das Büro Aktuelles Thema Objekt Landschaft Umwelt Kontakt Links Impressum
|
Zur Geschichte und gartenhistorischen Bedeutung des Stadtparks Kronberg i. Ts. Im Jahr
1888 verstarb nach nur 99-tägiger Regentschaft Kaiser Friedrich III. Seine
Witwe Viktoria, gemeinhin "Kaiserin Friedrich" genannt, erwirbt noch im
selben Jahr die Villa Reiss, nach deren Abriss sie in den folgenden Jahren
das Schloss Friedrichshof sowie den dazugehörigen Schlosspark errichten
lässt. |
|
![]() |
Gestalt und Standort des Kaiser-Friedrich-Denkmals wurden maßgeblich von Viktoria bestimmt. Der Maler Wilhelm Süß, Mitglied der Kronberger Malerkolonie und Mitinhaber einer Majolikawerkstatt in Kronberg, fertigte einen ‘farbigen Übersichtsplan’ an. Dieser Übersichtsplan wurde am 26.4.1897 der Kaiserin Friedrich vom Denkmalsausschuss vorgestellt. Die Kaiserin gab folgende Anregungen: "1. Als Denkmalsplatz wird ein Punkt zu wählen sein, der von allen Seiten frei erscheint. 2. Die Gestalt des Denkmals muss derartig sein, dass sie der unvergleichlich schönen Natur in keiner Weise untreu wird oder wehe tut." (zitiert nach Jung 1976). Der daraufhin mit dem Entwurf des Denkmals beauftragte Architekt Ernst Eberhardt von Ihne aus Berlin, Hofbaurat und Mitglied der Preußischen Akademie des Bauwesens, legte seinen Entwurf im Dezember 1900 vor. Nachdem sie bereits zuvor den endgültigen Standort des Denkmals festgelegt hatte, nahm die Kaiserin Friedrich nochmals Einfluss auf die endgültige Gestaltung des Denkmales ihres verstorbenen Mannes. Ihr mit eigenhändigen Skizzen veranschaulichter Vorschlag lief vor allem auf eine größere Einfachheit des Denkmals hinaus. Die Kaiserin schlug u.a. vor, den architektonischen Hinterbau zu
vereinfachen, auf eine Treppenanlage und die Errichtung einer rückwärtigen
Balustrade zu verzichten. Weiterhin wünschte sie die Anbringung eines
dekorativen Wasserausgusses in Muschelform vorn an der Mauer, welche das
Denkmal abschließt. Das vom Denkmal abfließende Wasser sollte sich "als
natürlicher Bach, vielleicht ab und zu überbrückt, durch die Wiesen nach dem
kleinen Teich ziehen" (dargestellt nach Jung 1976). Die Wünsche der
Kaiserin wurden weitgehend berücksichtigt, so dass das Denkmal stark durch
ihre Vorstellungen geprägt wurde. Am 20. August 1902 wurde das
Kaiser-Friedrich-Denkmal unter Beteiligung Kaiser Wilhelms II in einer
aufwendigen Enthüllungsfeier eingeweiht. Im Stadtarchiv finden sich noch die
Konstruktionspläne für die verschiedenen im Park aufgebauten Tribünen sowie
für das eigens errichtete Kaiserzelt. Parkentwicklung seit 1902, Überblick Bau des Schillerweihers Einordnung in den gartengeschichtlichen Zusammenhang Der Kronberger Park entstand in einer Zeit des Umbruchs
gartenarchitektonischer Stile. Er orientiert sich noch stark an den Formen
des englischen Landschaftsgartens, für den er aufgrund der vorgefundenen
Landschaftsform geradezu vorbestimmt erscheint. Einer gesonderten Betrachtung müssen die mit dem Bau der Tennisplätze,
des Minigolfgeländes und des Spielplatzbereiches verbundenen großen
Veränderungen der ursprünglichen Parkgestalt unterzogen werden. Kulturhistorische Bedeutung Die Kronberger Parkanlage ist schon vom Anspruch her nicht als eine herausragende Anlage einzustufen. Sie diente zuvorderst dem Gedenken an Kaiser Friedrich III, dessen Denkmal eine zentrale Stellung im Park einnimmt. Ansonsten sollte vor allem die vorzufindende, als herrlich empfundene Landschaft ihre Wirkung tun. Es wurde weder die Schöpfung eines Gartenkunstwerkes noch die Anlage eines sozial und funktional anspruchsvollen Parkanlage angestrebt. Dies lässt sich auch am Fehlen eines Gestaltungsplanes für den Gesamtpark ablesen. Nur für das Kaiser-Friedrich-Denkmal und weitere Schmuckbereiche liegen Detailpläne vor. Gartenarchitekten wurden lediglich zur Beratung von Einzelfragen herangezogen. Wenn der Kronberger Park auch nicht als Gartenkunstwerk von herausragender kulturhistorischer Bedeutung eingestuft werden kann, so finden sich in der ursprünglichen Gestaltung des Parks doch mehrere Elemente, die ihm eine auch über die Kronberger Ortsgeschichte hinausgehende Bedeutung zuweisen. Quellen Jung, Wilhelm: |
|